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Strahlfäule und Strahlpilz

(Hinweis: Die Bilder können durch Anklicken vergroßert werden.)

Sehr viele Pferde haben Probleme mit Strahlfäule und es gibt entsprechend viele mehr oder weniger wirksame Mittelchen dagegen. Leider wird dabei oft übersehen, dass diese Mittelchen alle nur zur Symptombekämpfung dienen, anstatt das Übel bei der Wurzel zu packen. Denn Strahlfäule ist zum einen ein Zeichen für eine gestörte Funktionalität der Hufe, zum anderen aber auch ein Verweis auf nicht optimale Haltungsbedingungen, nicht passende Fütterung oder ein anderes grundlegendes Problem.

 

Warum entsteht Strahlfäule?

Strahlfäule kann nur dann entstehen, wenn das Strahlhorn von vornherein qualitative Mängel aufweist. Das ist der Fall, wenn die Strahllederhaut (der Bereich der Huflederhaut, der das Strahlhorn bildet) nicht optimal durchblutet wird. Jede Hornstruktur bildet sich bei Mangeldurchblutung in schlechterer Qualität. Den Strahl trifft es dabei aus folgendem Grund zuerst: Strahlhorn besteht zu ca. 80% aus Wasser, was es sehr weich und daher anfälliger für äußere Einflüsse macht. Zudem ist der Strahl im hinteren Bereich von den Trachten umschlossen. Bildet sich durch negative Einflüsse ein Zwanghuf, wird der weiche Strahl und damit auch die Strahllederhaut zusammen gequetscht. Aber auch die Eckstrebe kann den Strahl abquetschen, wenn sie unphysiologisch bearbeitet wurde. Immer da, wo gequetscht wird, ist die Blutzufuhr geringer. Damit gelangen weniger Nährstoffe zur Hornproduktion in den Huf. Des Weiteren ist der Strahl mit Schweißdrüsen ausgestattet. Diese erhalten ein saures Milieu aufrecht, welches Fäulnis vorbeugt. Durch mangelnde Durchblutung werden auch die Schweißdrüsen unterversorgt, was ein Absterben zur Folge hat.

Unter solchen Umständen nützt das beste Zusatzfutter nichts, da die Nährstoffe durch das unterversorgte Gewebe gar nicht erst in den Huf gelangen!

Wenn jetzt noch mangelhafte Haltungsbedingungen hinzukommen, ist die Katastrophe perfekt. Ein derart gesundheitlich geschädigter Organismus ist auf gar keinen Fall in der Lage, die ständige Schar von Bakterien und Keimen in exkrementbelasteter Einstreu in Schach zu halten!

Da die Ursache nun erkannt wurde, muss sie nur noch beseitigt werden! Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Strahlfäule durch korrekte Hufplege, saubere, artgerechte Haltungsbedingungen und ausreichende Bewegung bei allen Pferden gut und schnell in den Griff zu bekommen ist. Als unterstützende Maßnahme empfehlen wir dem täglichen Hufbad einen Schuss Essig beizumischen. Dieser unterstützt das natürliche, saure Milieu am Huf und hilft, es wieder herzustellen, denn Säure verhindert Fäulnis! Man kann den Essig auch in einer Blumenspritze direkt auf den Huf auftragen. Essig weist keine Nebenwirkungen auf, ist ein natürliches, umweltfreundliches Produkt und zudem preisgünstig.

Ein anderes Phänomen stellt der Strahlpilz da. Dabei sieht der Strahl recht zerfurcht aus und besteht aus vielen Taschen. Der Pferdebesitzer bekommt den Eindruck, als würde sich der Strahl schälen. Dieses Problem betrifft nicht nur Pferde mit einem minderentwickelten Strahl in Folge von engen Hufen, sondern auch gut ausgebildete, kräftige Strähle. Ein feuchtwarmes Milieu begünstigt die Entstehung. Der Pilzbefall ist oft recht hartnäckig und wenn man aufhört ihn zu behandeln, weil mittlerweile alles gut ausschaut, dauert es nicht lange und alles ist beim Alten. Dieses Geschehen ist ganz gut mit dem Badezimmerpilz vergleichbar, der es sich in den Fugen der Kacheln gemütlich macht. Auch wenn man alles sichtrein geschrubbt hat bedeutet das noch lange nicht, dass der Pilz vollständig besiegt ist. Gute Erfolge in der Strahlbehandlung bei Pilzinfektionen haben wir mit Teebaumöl, Propolis oder Hooflex Trush Remedy von Absorbine gemacht. Besteht eine tiefe mittlere Strahlfurche am Strahl sollte man diese mit einer Mullkompresse fest tamponieren und dann mit Desinfektionsmittel tränken.

Eine endgültige Heilung ist jedoch nur durch Beseitigung der Ursachen (saubere Haltung, fachgerechte Hufpflege, passende Fütterung etc.) möglich, Essig und Co können dazu lediglich unterstützend beitragen!

Strahlfäule wie auch Strahlpilz sind ernstzunehmende Probleme, weil das Pferd durch die Schmerzen im hinteren Teil des Hufes eine unnatürliche Fußung (Zehenfußung) entwickeln kann. Dadurch werden wiederum Sehnen, Bänder und Gelenke überlastet. Außerdem führt die Zehenfußung zu falscher Abnutzung und damit zu Fehlstellungen und Deformierung der Hufe wie z.B. Bockhufen. Erste Anzeichen sind kurze Schritte und Fühligkeit, später Empfindlichkeit beim Auskratzen, tiefe Strahlfurchen und übler Geruch.

 

Behandlungsverlauf: Warmblut mit Zwanghuf und gammligem Strahl

Strahlfäule und StrahlpilzDie Seitenansicht zeigt den rechten Vorderhuf eines großen Warmblüters.

Strahlfäule und StrahlpilzAus der Ballenansicht lässt sich erkennen, dass der Strahl keinen Bodenkontakt hat und die mittlere Strahlfurche aus einem tiefen Schlitz besteht.

Strahlfäule und Strahlpilz Beim Betrachten der Sohlenansicht fällt auf, dass die Eckstreben einen Bogen um den nicht tragefähigen Strahl gebildet haben um diesen zu unterstützen.

Strahlfäule und StrahlpilzDie Seitenansicht zeigt den selben Vorderhuf acht Monate später.

Strahlfäule und Strahlpilz Die mittlere Strahlfurche hat sich geschlossen, das Pferd hat einen kräftigen gesunden Ballen entwickelt und der Kontakt zum Boden ist fast erreicht.

Strahlfäule und Strahlpilz Der Huf öffnet sich ein wenig im Trachtenbereich, so dass der Strahl nicht mehr so gezwängt wird. Die Unterstützung der Eckstreben ist nun nicht mehr von Nöten.

Strahlfäule und Strahlpilz Die Seitenansicht zeigt den rechten Hinterhuf des selben Pferdes. Die Trachten sind leicht untergeschoben.

Strahlfäule und Strahlpilz Der Ballen ist kaum ausgebildet und der Strahl ziemlich zerfetzt und ebenfalls mit einer tiefen mittleren Strahlfurche versehen.

Strahlfäule und Strahlpilz Auch hier haben die Eckstreben einen Bogen um den nicht tragefähigen Strahl gebildet um diesen zu unterstützen. Die Trachten quetschen Strahl und Ballen wie eine Zange zusammen.

Strahlfäule und Strahlpilz Ebenfalls acht Monate später: Die Hornröhrchen haben sich aufgerichtet und die Zehe hat sich eingekürzt.

Strahlfäule und Strahlpilz Das Pferd hat einen kräftigen gesunden Ballen entwickelt und die mittlere Strahlfurche hat sich geschlossen.

Strahlfäule und Strahlpilz Hier ist ganz deutlich zu erkennen wie sich der Zwang geweitet hat und der Strahl- und Ballenbereich nicht mehr von den Trachten eingequetscht wird.

 

In Folge der Hufbehandlung hat der Wallach sein Gangbild von einem eher kurzen steifen Gang mit Zehenfußung zu einem schwungvollen natürlichen Gang mit leichter Trachtenlandung entwickelt. Auch enge Wendungen fallen ihm nun leichter. Ein glücklicher Umstand war, dass das Pferd während dieser acht Monate überwiegend auf der Weide stand und sich somit auch während seiner "Freizeit" viel auf sauberem Untergrund bewegen konnte. Im Winter werden die Pferde aufgestallt und bekommen stundenweise Auslauf im Paddok.