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Hufrollenentzündung - Strahlbeinlahmheit - Podotrochleitis

(Hinweis: Die Bilder können durch Anklicken vergroßert werden.)

Fast jeder Reiter kennt den Ausdruck „Hufrolle”. Die meisten verbinden Angst und Schrecken damit, denn Hufrollenentzündung gilt als unheilbares Schicksal. Aber viele wissen gar nicht wirklich, worum es geht.

Huflängsschnitt
Huflängsschnitt
Mit dem Wort „Hufrolle“ bezeichnet man den Komplex aus tiefer Beugesehne, Hufrollenschleimbeutel und Strahlbein bestehend. Gemeint ist der Bereich, an dem die tiefe Beugesehne über das Strahlbein nach oben umgelenkt wird, daher der Name HufROLLE! Als Polsterung befindet sich zwischen Knochen und Sehne der Schleimbeutel. Dieser kann sich, wie auch die darunter liegende Huflederhaut, bei Fehlbelastung bzw. falschem Druck und Zug entzünden.

In der Schulmedizin wird die Hufrollenentzündung häufig allein durch ein Röntgenbild diagnostiziert. Wenn die Arteriendurchgangslöcher im Strahlbein vergrößert sind, spricht der Tierarzt von chronischer Hufrollenentzündung. In einigen Studien scheinen diese Löcher allerdings auch bei völlig schmerzfreien Pferden des öfteren vergrößert zu sein. Außerdem bleiben die Strahlbeinlöcher auch nach Abklingen der Entzündung erweitert. Die Diagnose auf Grund eines Röntgenbildes ist unserer Meinung nach deswegen höchst zweifelhaft!

Wie aber kann es sein, dass Pferde mit vergrößerten Löchern im Strahlbein trotzdem schmerzfrei laufen? Das Hufbein sowie auch das Strahlbein besitzen keine Knochenhaut (Periost), welche mit Nerven durchzogen und durchblutet ist. Die Aufgabe der Nährstoffversorgung, Durchblutung und Reizweiterleitung übernimmt die Huflederhaut. Der Knochenabbau im Strahlbein kann unbemerkt statt finden, weil die mit Nerven durchzogene Knochenhaut fehlt und somit keine Gewebeveränderungen in Form von Schmerzen gemeldet werden können!

Wodurch entstehen die Veränderungen im Strahlbein eigentlich und was verursacht dann die Schmerzen? Solche Vergrößerungen der Strahlbeinlöcher entstehen sehr schnell, wenn der Blutdruck in den Arterien erhöht ist und es zu Blutanstauungen kommt. Der erhöhte DRUCK veranlasst das Knochengewebe zum Abbau. Blutstauungen sind eine Folge von unphysiologischen (krankhaften), engen, steilen und mangeldurchbluteten Hufen, bei denen nur noch wenig bis gar kein Hufmechanismus statt findet. Weil die Hufe so gezwängt sind, gelangt deutlich weniger Blut in die Huflederhaut, was zu einem Anstau in den Strahlbeinlöchern führt. Wenn die Löcher im Strahlbein erst einmal vergrößert sind, bleiben sie es, auch wenn die Ursache abgestellt und das Pferd geheilt wurde. Aber was ist denn nun die Ursache, die den Schmerz tatsächlich hervorruft? Wirklich entzündet ist entweder die Huflederhaut oder der Schleimbeutel, der als Polsterung zwischen Knochen und Sehne dient. Deswegen gilt; Kein Grund zur Panik! Eine Hufrollenentzündung ist keine mysteriöse Erbkrankheit, sondern ein ganz konkretes Problem der Hufform, welches mit der Zeit durch Rückformung in den physiologischen (gesunden) Zustand gelöst werden kann. Die Gründe dafür können vielfältig sein. In den meisten Fällen ist jedoch eine unkorrekte Bearbeitung des harten Eckstrebenhorns schuld an der ganzen Misere. Nicht selten werden die Eckstreben als Teile mit tragender Eigenschaft bearbeitet. Das heißt, dass sie schon beim unbelasteten Huf Bodenkontakt haben. Sie drücken dann bei jedem Schritt wie ein spitzer Stein in das Hufinnere, reißen und quetschen die Huflederhaut und den Schleimbeutel. Solche Pferde versuchen dem Eckstrebenschmerz oft durch eine veränderte Stellung auszuweichen. Sie schieben die Vorderhufe weit unter den Bauch, um den hinteren schmerzenden Hufbereich zu entlasten.

Entlastungshaltung
Entlastungshaltung bei
drückenden Eckstreben
Verbogene und verformte Hufwände mit auseinander gezogener weißer Linie sind ebenfalls sehr schmerzhaft für das Pferd, weil dadurch die empfindliche Lederhaut gezerrt wird. Eine solche Lederhautzerrung kann ebenfalls für eine Hufrollensymptomatik verantwortlich sein.

Aber auch andere krankhafte Zustände am Huf können Schmerzen verursachen, die fälschlicherweise als Hufrollenentzündung diagnostiziert werden. Da man nicht – bzw. nur sehr eingeschränkt - in den Huf hineinsehen kann (auf dem Röntgenbild sieht man ja auch nur die Knochen) ist es oft sehr schwer zu beurteilen, woher der Schmerz kommt.

 

 

Zwei Fallbeispiele bei denen die Eckstreben Bodenkontakt haben und somit Druckstellen und Schmerzen verursachen:

Drückendes Eckstrebenhorn
Drückendes
Eckstrebenhorn
schiebt sich in
einem Bogen über
die Sohle.
(vorher)
Eckstreben in korrekter Form
Die Eckstreben
können sich
aufrichten und
ihrer Funktion
wieder nachkommen.
(nachher)
Rote Druckstellen
Hier kann man
die roten Druckstellen
sehen, die einst durch
überlange Eckstreben
verursacht wurden.
(nachher)
Eckstreben in korrekter Form
Mit der richtigen
Bearbeitung kann die
Entzündung abheilen.
Die Einblutung
wächst heraus.
(nachher)
Im Wesentlichen ist es immer so, dass der Schleimbeutel und/ oder die Huflederhaut durch Verformung der krankhaften Hufkapsel unphysiologischem Druck und Zug ausgesetzt ist und sich dadurch entzündet. Die Hornkapsel muss also in ihre natürliche Form zurück finden, damit der Druck bzw. Zug nachlässt und die Entzündung abklingen kann. Anschließend ist das Pferd wieder komplett gesund und schmerzfrei - auch wenn die Löcher im Strahlbein vergrößert bleiben.

Nur Pferde, deren Strahlbein tatsächlich massiv verändert ist, z.B. durch Zysten, behalten Schäden zurück.

Auf einem Röntgenbild weder einen entzündeten Schleimbeutel noch eine entzündete Huflederhaut sehen kann. Deswegen gilt: Tierärzte, die mit der Diagnose „Hufrollenentzündung“ einen Schnellschuss wagen, sind mit Vorsicht zu genießen. Die konventionelle Behandlung zielt oft auf einen Spezialbeschlag mit Keilkissen oder geschlossenen Eisen und einen noch steiler gestellten Huf ab. Weil die Blutzufuhr im Huf dadurch noch mehr verringert wird und die Nerven nicht funktionieren können, erreicht man eine kurzfristige Schmerzfreiheit. Die Schädigung geht im Hufinneren allerdings unbemerkt voran und eine Heilung ist mit solcher Symptombehandlung komplett ausgeschlossen!

 

Typische konventionelle Behandlung bei einer Hufrollendiagnose: Orthopädischer Beschlag mit geschlossenem Eisen, Kunststoffkeilkissen und Silikoneinlage zwecks Durchblutungsminderung. Die Nerven können den Schaden nicht mehr melden.

Seitenansicht
Seitenansicht:
Die Trachten sind
untergeschoben und der
Kronsaum ist aufgewölbt.
Ansicht von unten
Ansicht von unten:
Durch das
geschlossene
Eisen
inklusive Keilkissen
(steilere Hufstellung)
ist kein
Hufmechanismus
möglich.
Ansicht von hinten
Ansicht von hinten:
Trachten, Ballen und Strahl
sind zusammengequetscht
und die Seitenwände
verbogen.
Sollte bei Deinem Pferd eine Hufrollenveränderung / -entzündung diagnostiziert worden sein, zögere bitte nicht, uns anzusprechen und Dich beraten zu lassen. Du kannst dann frei entscheiden, welchen Weg Du gehen möchtest. Zum Thema Hufrollenentzündung gibt es auch ein (englischsprachiges) Video von Frau Dr. Straßer.

Was auch immer der tatsächliche Grund für eine Lahmheit sein mag: Eine kritische Überprüfung der Hufe hilft sehr oft weiter!