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Pferdehuf, Hufaufbau

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Huflängsschnitt
Huflängsschnitt
Längs- und Querschnitt
durch einen echten Huf
Hufbein von unten
Hufbein von unten
Wie in dem schematischen Längsschnitt des Hufes zu erkennen ist, befinden sich Knochen, Sehnen, Bänder, Knorpel und die hochsensible Huflederhaut in der Hornkapsel.
Wir richten unsere Aufmerksamkeit erst einmal auf den Knochen, genauer gesagt das Hufbein, weil wir anhand seiner Form viele wichtige Informationen erhalten.
Das Hufbein hat die Form eines Dreiecks, egal aus welcher Position man es betrachtet.
Hufbein von der Seite
Hufbein
von der Seite
Wenn dieses Dreieck auf einer ebenen Fläche aufliegt, wird es überall gleichmäßig belastet, d.h. das auftreffende Gewicht wird optimal auf den Knochen verteilt und kein Bereich wird überlastet!
Die Winkelungen des Hufbeins sind individuell unterschiedlich. In der Literatur findet man Angaben zwischen 45° und 65°. Die Vorderhufe sind dabei flacher gewinkelt als die Hinterhufe, was mit ihrer unterschiedlichen Funktion zusammenhängt. Fest steht, dass alle Gelenkflächen sich der Winkelung des Hufbeins angepasst haben, so dass eine gleichmäßige Belastung stattfindet.

Vorder- und Hinterhufbein
Vorder- und Hinterhufbein
Hufbein von hinten
Hufbein von hinten
Ein gesundes, schmerzfreies Pferd steht mit den Röhrbeinen senkrecht, sowohl von der Seite, als auch von vorn oder von hinten gesehen. Ein Pferd, das von dieser Stellung abweicht, hat keineswegs eine Eigenart entwickelt, sondern eine Entlastungshaltung eingenommen, um schmerzende Bereiche zu schonen! Weiterhin besteht von Natur aus ein Spannungsgleichgewicht zwischen dem Beuge- und dem Strecksehnenapparat. Die Last wird so gleichmäßig auf beide Gegenspieler aufgeteilt, es sei denn, man bringt dies künstlich durcheinander indem man versucht, eine Sehne zu "entlasten".Hufbein von vorn
Hufbein von vorn
Dies geschieht auch dann, wenn das Pferd vor Schmerzen von der gesunden Stellung abweicht und die Röhrbeine nicht mehr senkrecht stehen. Das Sehnengleichgewicht gerät durcheinander und das Pferd versucht, die Spannung durch Kontraktion der Muskeln am oberen Ende der Sehne wieder herzustellen. Da Muskulatur aber nicht für dauerhafte Kontraktion geschaffen ist, wird sie sauer und das Pferd verspannt sich mehr und mehr! Schließlich verkürzen sich die Muskelstränge.

 

Ein Beispiel für eine direkt nach der Hufpflege stattgefundene Stellungsveränderung.

Vor der Hufpflege
Vor der Hufpflege
Nach der Hufpflege
Nach der Hufpflege

 

 

Hufbein mit Hufknorpel von unten
Hufbein mit Hufknorpel von unten
Das Strahlbein ist ein wichtiger Bestandteil des Hufgelenks. Es funktioniert wie eine Umlenkrolle der tiefen Beugesehne. Der dazwischen liegende Schleimbeutel dient als Polsterung. Dieser Teil des Hufes wird als Hufrollenkomplex bezeichnet.
Die Hufbeinäste werden nach hinten durch die Hufknorpel verlängert. Diese kann man von außen fühlen. Wenn die Hufsituation krankhaft verändert ist, kann es sein, dass die Hufknorpel hochgedrückt oder verknöchert sind.

 

Huflederhaut
Huflederhaut
Huflederhaut beim echten Pferd
Die Huflederhaut bildet das Bindeglied zwischen Hufbein und -knorpel zum Einen und der Hornkapsel zum Anderen. In ihr befinden sich Blutgefäße und Nerven. Nerven funktionieren allerdings nur bei guter Durchblutung und diese lässt sich von außen fühlen, denn gesunde Hufe sind angenehm warm. Gute Durchblutung, Wärme und eine große Oberfläche (z.T. aus Lamellen bestehend) machen die Huflederhaut zu einem stoffwechselaktiven Organ. Nur bei ausreichender Huftemperatur sind Stoffwechselvorgänge überhaupt möglich, da ansonsten die dafür notwendigen Enzyme inaktiv werden und ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Des Weiteren produziert die Huflederhaut Hufhorn (aus Eiweiß bestehend), leitet Abfalleiweiße, Giftstoffe und andere Stoffwechselabfallprodukte aus dem Körper und entleert den sich ständig füllenden „Mülleimer“ immer wieder. Es gibt verschiedene Bereiche der Lederhaut, die verschiedene Hornarten produzieren: die Kronlederhaut z.B. produziert das Wandhorn in Form von Hornröhrchen von oben herunter; die Lamellenlederhaut bildet von innen nach außen die weiße Linie, weiches Horn, das sich wie Kitt mit dem Wandhorn verbindet und unter Druck eine stabile, elastische Aufhängung des Hufbeins in der Kapsel garantiert; die Sohlenlederhaut produziert das Sohlenhorn ebenfalls in Form von Röhrchen, die leicht schräg nach vorn wachsen, und die Saumlederhaut bildet das Saumband mit Übergang in den Strahl- und Ballenbereich.

 

Hornkapsel
Hornkapsel
Hornkapsel beim echten Pferd
Der von der Huflederhaut produzierte „Schuh“, die Hornkapsel, ist wie ein Abguss des Hufbeins. Bei gesunder Situation entsprechen die Winkel deshalb auch denen des Hufbeins, was bedeutet, dass die Hornkapsel gleichmäßig belastet wird. Bei gesunden Pferden befindet sich das Hufbein dabei in einer (annähernd) bodenparallelen Position.
Die Hufkapsel besteht aus Hart- und Weichhorn. Die Weichhornbestandteile (Strahl, Ballen, etc.) haben eine enorme Quellfähigkeit und dienen daher als Wasserspeicher. So wird der Huf immer beweglich und elastisch gehalten, was für den Hufmechanismus von entscheidender Bedeutung ist!

 

 

Sohlenansicht
Sohlenansicht
Sohlenansicht gesunder Huf
Sohlenansicht
Sohlenansicht eines gesunden Hinterhufes:

  • Ballen gut entwickelt, nicht gequetscht
  • Strahl kräftig, breit, aus fester Qualität
  • Eckstrebenspitzen enden auf Höhe der Strahlmitte
  • Weiße Linie überall gleich breit
  • Tragerand überall gleich breit
  • Sohle weist Gewölbe auf